23.08.2011
Geschichtliche Entwicklung lässt Nationalpark Senne nicht zu
FDP verärgert über Vorpreschen des Umweltministers
Bad Lippspringe. Die Bad Lippspringer Liberalen bewerten die Errichtung eines Nationalparks Senne als schwerwiegenden Eingriff in eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft.
Fraktionsvorsitzender Hans Jürgen Schaefer: „Ursprünglich war die Senne eine reine Waldlandschaft, die erst vor 800 Jahren besiedelt wurde. Durch Holzeinschlag und Beweidung wurde der Wald verdrängt. Durch das Plaggenstechen entstanden Sandflächen, die vom Heidekraut überwuchert wurden. Wenn man den Charakter der Senne nicht durch Wildwuchs zerstören will, muss hier, wenn für eine weitere militärische Nutzung kein Bedarf mehr besteht, ein Biosphärenreservat entstehen. Biosphärenreservate haben zum Ziel, historisch geprägte Kulturlandschaften zu erhalten. Und das wäre genau passend für unsere Senne!“
Als Etikettenschwindel bezeichnet der Liberale, dieser Landschaft das Prädikat Nationalpark aufzudrücken. Außerdem werde die Senne seit über 100 Jahren militärisch genutzt. Hiermit verbunden prägten Geländemerkmale, wie z.B. der Heidebahnhof, die Winningmühle , der Haustenbecker Turm und die vielen Panzerwracks das Bild der Senne. Und auch das sei Geschichte, die man nicht so einfach wegwischen könne. Aus diesen grundsätzlichen Erwägungen müsse man einen Nationalpark an dieser Stelle ablehnen.
Besonders erstaunt hat die Liberalen eine Pressemitteilung, aus der hervorgeht, dass bereits im September auf Bad Lippspringer Boden ein Nationalparkbüro eingerichtet werden soll, das die Aufgabe hat mit zwei Mitarbeitern die Errichtung eines Nationalparks zu koordinieren. Laut interner Stellenausschreibung sind für die Besetzung einer dieser Stellen „Verhandlungsgeschick, Durchsetzungsfähigkeit, und in besonderem Maße Konfliktfähigkeit“ wichtige Voraussetzungen.
Stadtverbandsvorsitzende Angelika Mikus: „Offensichtlich ist der Nationalpark Senne im Umweltministerium bereits beschlossene Sache. Der grüne Minister Remmel sendet seine Späher aus. Hier sollen über die Köpfe der Anrainerkommunen hinweg Fakten geschaffen werden, obwohl die Diskussion noch im vollen Gange ist. All die vollmundigen Erklärungen, man wolle die Nachbarkommunen auf dem Weg zum Nationalpark mitnehmen, werden durch das Vorpreschen des Umweltministers zunichte gemacht. Der spürbare Gegenwind aus den Gemeinden soll im Keim erstickt werden. Wie passt das zu der viel beschworenen Basisdemokratie der Grünen, wenn man, sobald man an der Macht ist, deren Willen komplett ignoriert? Was für ein Demokratieverständnis haben die diskussionsfreudigen Nationalparkbefürworter, wenn man in einem Schreiben der Chefetage des Landesverbandes Lippe in Sachen Nationalpark Teutoburger Wald an die Mitarbeiter liest, dass man sich doch bitte in der Nationalparkfrage nur positiv äußern möge, Loyalität und nicht freie Meinung sei gewünscht. Aber zum Glück sind ja bald wieder Wahlen, und dann darf die Basis endlich wieder mitentscheiden!“
Bad Lippspringe, 23.8.2010
Hans Jürgen Schaefer
(Pressesprecher)
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