19.08.2010
Minarettbau: Feingefühl Fehlanzeige
FDP verärgert über türkisch-islamische Gemeinde
Ein ausreichendes Maß an Feingefühl im Umgang mit der Bad Lippspringer Bevölkerung vermisst der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans Jürgen Schaefer beim Vorstoß der türkisch-islamischen Gemeinde in Sachen Minarettbau.
Schaefer: „Auf einmal muss alles ganz schnell gehen. Das Minarett muss in diesem Jahr noch gebaut werden. Wir ziehen das jetzt durch, so Ömer Karaca in einem Presseartikel. Ganz offensichtlich waren nur die Abstandsgrenzen zum Nachbargrundstück Grund für das Aussetzen des Vorhabens und nicht die Bemühung um Akzeptanz in der Bevölkerung.“
Am Bad Lippspringer Rat, der Vertretung der Bad Lippspringer Bürgerschaft, vorbei soll jetzt beim Kreis ein neuer Bauantrag gestellt werden. Das ist rechtlich in Ordnung. Der Kreis ist die Genehmigungsbehörde. Die Stadt Bad Lippspringe kann diesen Antrag gar nicht ablehnen. Aber, wie stellt sich die türkisch-islamische Gemeinde ein weiteres Miteinander vor, wenn dieses von der Mehrheit der Bad Lippspringer ungeliebte Bauwerk errichtet werden sollte.
Ortsvorsitzende Angelika Mikus: „Längst sind unsere türkischen Mitbürger ein fester Bestandteil unseres Gemeinwesens, werden als gleichberechtigte Partner in Kindergarten, Schule und Verein akzeptiert. Integration ist schon lange kein Thema mehr. Die Ungeduld aber, die jetzt von der türkisch-islamischen Gemeinde beim Minarettbau an den Tag gelegt wird, ist ein Rückschritt, der die vollzogene Integration gefährdet.“
Die Bad Lippspringer Liberalen zeigen grundsätzlich Verständnis für den Wunsch der Türken an ihrer Moschee als sichtbares Zeichen ein Minarett zu errichten. Jede Kirche hat ja auch ihren Turm. Gleiches Recht für alle. Nur sollte man nicht mit den Gefühlen der Bad Lippspringer spielen und gegen ihren Willen das Bauvorhaben auf Teufel komm raus durchführen. Die Worte des Vorsitzenden Ömer Karaca „Wir wollen das Vorhaben nicht mit aller Gewalt durchsetzen, sondern die Bürger bei dieser Entscheidung mitnehmen“ klingen da wie Hohn.
Bad Lippspringe, 19.8.2010
Hans Jürgen Schaefer
(Pressesprecher)
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