4.8.2011
FDP: Verkehrsversuch einfrieren!
Bad Lippspringe. Die FDP Bad Lippspringe möchte den Verkehrsversuch zur Entlastung der Innenstadt lieber heute als morgen auf Eis legen. Die Aussage des Gutachters im Bauausschuss „bei einem Verkehrsaufkommen von 10000 Fahrzeugen Durchgangsverkehr pro Tag denken andere Gemeinden über eine Ortsumgehung nach“ lässt aufhorchen.
Fraktionsvorsitzender Hans Jürgen Schaefer: „Natürlich ist bei uns noch eine gehörige Portion Ziel- und Quellverkehr dabei, aber der Gedanke an eine innerörtliche Entlastungsstraße kann schon damals nicht ganz abwegig gewesen sein. Die veränderte Ampelschaltung und die bis jetzt noch geringfügigen Eingriffe in den Straßenverkehr haben nach Aussage des Gutachters keine nennenswerte Verbesserung, geschweige denn eine echte Entlastung der Detmolder Straße gebracht. Deshalb ist eine Fortführung des Versuchs zum jetzigen Zeitpunkt meiner Ansicht nach nicht zu rechtfertigen.“
Als verkehrspolitischen Wahnsinn, der hoffentlich nie eintreten wird, bezeichnet Schaefer die nächsten planerischen Schritte, wie z.B. das Linksabbiegerverbot in die Lange Straße und in Folge eine Einbahnstraßenregelung für diesen Bereich. Durch die baustellenbedingte Sperrung der Langen Straße bekommt man schon heute einen Vorgeschmack. Geschäftsinhaber beklagen Einbußen durch fortbleibende Kunden, Autofahrer benutzen den Marktplatz als Umgehung der Bauampel, Eltern, die ihre Kinder zu den Schulen Im Bruch bringen, müssen sich einen Weg durch den Straßendschungel suchen.
Schaefer: „Dieser Verkehrsversuch hat in seiner ersten Phase eindeutig sein Ziel verfehlt. Wie aber kann man nun ohne Umgehungsstraße die Innenstadt entlasten?
1. Mit dem geplanten und auch irgendwo notwendigen Ausbau des Nadelöhrs Pfingstuhlweg würde man über die Josef-Antoniusstraße eine innerörtliche Entlastung erreichen, mit dem negativen Effekt eines erhöhten Verkehrsaufkommens vor Altenheimen und Kliniken. Haben die Gegner der „bösen Straße“ das wirklich so gewollt?
2. Wie bekommt man die zu erwartenden Besucherströme der
Landesgartenschau gefahrlos über die Fußgängerampel Arminius/Marktstraße?
Für eine Über- oder Unterführung ist nicht genügend Platz. Zu überlegen wäre
die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs mit Kurzzeitparkplätzen
zwischen der evangelischen Kirche und der Hauptkreuzung. Ein solcher Bereich
würde den Durchgangsverkehr verdrängen und Fußgängern Vorrang
einräumen.
Bevor man also weiter sinnlos Geld in einem unsinnigen Verkehrsversuch
versenkt, sollte man lieber über Alternativen nachdenken. Hier kann man dann
in Teilbereichen sicherlich Gefrorenes wieder auftauen – auch
Tiefgefrorenes!“
Bad Lippspringe, 4.8.2011
Hans Jürgen Schaefer
(Pressesprecher)
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